Katastrophenschutz

Großbrand, Überschwemmungen oder Massenkarambolagen: Muss vielen Menschen akut geholfen werden, kommt der Katastrophenschutz zum Einsatz.

Die ehrenamtlichen Helfer des Katastrophenschutzes sind zur Stelle, wenn die Kräfte des Rettungsdienstes und der Feuerwehr nicht ausreichen. Bund und Länder unterstützen die Arbeit der Malteser im Katastrophenschutz materiell und fördern mit einem finanziellen Beitrag die Einsatzfähigkeit.

Malteser und Behörden bilden eine bewährte Partnerschaft zum Schutz der Bevölkerung bei außergewöhnlichen Ereignissen.

Ihr Ansprechpartner

Markus Clouth

Markus Clouth
Katastrophenschutz
Tel. (0 22 51) 6 50 50 1-0
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Führungsunterstützung Rettungsdienst

Führungskräfte der Ortsgliederungen Bad Münstereifel, Euskirchen, Mechernich und Nettersheim bilden die Führungsunterstützungsgruppe Rettungsdienst des Malteser Hilfsdienstes im Kreis Euskirchen. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen die Einheit, deren Aufgaben, Ausbildung und Ausrüstung vor.

Aufgaben und Alarmierungsschwellen

Aufgaben und Alarmierungsschwellen

Durch die Mitglieder der Führungsunterstützungsgruppe Rettungsdienst werden vielfältige Führungsaufgaben wahrgenommen. Nach der Alarm- und Ausrückeordnung für den Rettungsdienst des Kreises Euskirchen wird die Einheit ab Alarmstufe MANV 2 (>11 Betroffene) von der integrierten Leitstelle für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz des Kreises Euskirchen alarmiert.

Neben der Gestellung des Führungsmittels für LNA und OrgL, ein ELW 1 inkl. der zum Betrieb notwendigen Besatzung, wird von einer weiteren Führungskraft die Transportorganisation durchgeführt. Darüber hinaus werden bei Bedarf Führungskräfte als Führer von Patientenablagen oder Bereitstellungsräumen für den Rettungsdienst gestellt.

In besonderen Einsatzlagen wie z.B. ABC-Einsätzen, Evakuierungen, Einsatzlagen in Krankenhäusern oder Altenheimen, Großveranstaltungen, größere polizeiliche Lagen (z.B. Amokläufe in Schulen) wird die Einheit auf besondere Anforderung unabhängig vom Einsatzstichwort MANV 2 eingesetzt.

Bei überörtlichen Einsätzen der Behandlungsplatz-Bereitschaft 50 NRW des Kreises Euskirchen ist die Einheit fest im Konzept verankert. Hier besteht die Aufgabe überwiegend in der Führung des Einsatzabschnittes Transportorganisation.

ELW Rettungsdienst

ELW Rettungsdienst

Nach Alarmierung rückt der ELW 1 Rettungsdienst mit einem Führungstrupp zur Unterstützung von OrgL und LNA zur Einsatzstelle aus. Zu den Aufgaben des Führungstrupps (eine Führungskraft als Führungsassistent und zwei Führungsgehilfen) zählen die Sicherstellung der Kommunikation im Einsatzabschnitt „medizinische Rettung“ an der Einsatzstelle und zur Einsatzleitung bzw. Leitstelle, sowie die Einsatzdokumentation und Lagedarstellung.

Im ersten Abmarsch rückt der Führer der Transportorganisation ebenfalls mit auf dem ELW aus.

Bei einer weiteren Eskalation der Lage oder bei einer größeren Patientenanzahl wird weiteres Führungspersonal nachgeführt. Im ELW kann gleichzeitig eine Führungsstaffel (1/2/3/6) tätig werden. In dieser Führungsstaffel werden neben dem Führer ELW zwei weitere Führungskräfte als Verbindungspersonen zu den Patientenablagen, dem Rettungsmittelhalteplatz (RMHP) und dem Bereitstellungsraum-Rettungsdienst, sowie drei Führungsgehilfen (RMHP und zwei Sprechfunker) eingesetzt.

Zur Übernahme der entsprechenden Funktionen werden folgende Ausbildungen benötigt:

Führer ELW

  • Zugführer (besser Verbandführer)
  • OrgL
  • AKNZ-Seminar: Ärztliche und rettungsdienstliche Führungskräfte beim MANV I
  • Mindestens Rettungshelfer
  • Zusatzausbildung ELW Rettungsdienst
  • Sprechfunkerausbildung

 Führungsassistent (Verbindungspersonen) Patientenablagen / RMHP / BR 

  • Gruppenführer (besser Zugführer)
  • Mindestens Rettungshelfer
  • Zusatzausbildung ELW Rettungsdienst
  • Sprechfunkerausbildung 

Führungsgehilfe RMHP 

  • Mindestens Rettungshelfer
  • Zusatzausbildung ELW Rettungsdienst
  • Sprechfunkerausbildung 

Führungsgehilfe Sprechfunker ELW 

  • Mindestens Rettungshelfer
  • Zusatzausbildung ELW Rettungsdienst
  • Sprechfunkerausbildung
Transportorganisation

Transportorganisation

Der Führer der Transportorganisation rückt im ersten Abmarsch mit dem ELW 1 Rettungsdienst zur Einsatzstelle mit aus. Dadurch gewinnt er einen entscheidenden Zeitvorsprung, um seinen Unterabschnitt zu organisieren. Auch wenn er noch keine Transportfahrzeuge oder Behandlungskapazitäten in den Krankenhäusern zur Verfügung hat, kann er dennoch bereits wichtige Absprachen etc. für den späteren Abtransport treffen. Neben der Zuweisung der Patienten in geeignete Krankenhäuser und einer abschließenden Dokumentation (Verteilung und Dokumentation) hat er sich um den reibungslosen Abtransport der Patienten (Rettungsmittelhalteplatz) zu kümmern.

Für das Management des Rettungsmittelhalteplatzes wird eine Technikstaffel (1/5/6) des Katastrophenschutzes ab MANV 3 (21-40 Betroffene) zur Einsatzstelle entsendet und übernimmt die Aufgabe vom kommissarischen Leiter RMHP.

Die Zuweisung der Patienten auf geeignete Krankenhäuser stellt eine sehr komplexe Aufgabe dar. In der frühen Phase des Einsatzes organisiert der Führer der Transportorganisation zunächst die Transporte für die Patienten mit Transportpriorität (z.B. Blutung in den Bauchraum). Im späteren Einsatzverlauf wird er bei dieser Aufgabe durch weitere Führungsgehilfen unterstützt.

Zur Übernahme der entsprechenden Funktionen werden folgende Ausbildungen benötigt:

Führer Transportorganisation 

  • Zugführer
  • OrgL
  • AKNZ-Seminar: Ärztliche und rettungsdienstliche Führungskräfte beim MANV I
  • Mindestens Rettungshelfer
  • Zusatzausbildung Transportorganisation
  • Sprechfunkerausbildung

Technikstaffel Rettungsmittelhalteplatz 

  • Umgang mit Tragen des Rettungsdienstes 
Patientenablage

Patientenablage

Zur Führung von Patientenablagen wurden eine größere Anzahl von Führungskräften geschult. Diese können bei Bedarf von den ersteingetroffenen Kräften des Regelrettungsdienstes die Führung der Patientenablagen übernehmen und damit die medizinisch hochqualifizierten Notfallsanitäter/ Rettungsassistenten zur Patientenversorgung herauslösen.

Zur Übernahme der entsprechenden Funktion werden folgende Ausbildungen benötigt:

Führer Patientenablage

  • Gruppenführer
  • Mindestens Rettungshelfer
  • Zusatzausbildung Patientenablage
  • Sprechfunkerausbildung
Bereitstellungsraum Rettungsdienst

Bereitstellungsraum Rettungsdienst

Zur Steuerung der anrückenden Transportkapazitäten werden diese organisatorisch einem Bereitstellungsraum Rettungsdienst zugewiesen. Somit können diese Transportfahrzeuge zielgerichtet an die Ptientenablagen herangeführt werden.

Zur Führung des Bereitstellungsraumes Rettungsdienst wird durch die Führungsunterstützungsgruppe bei Bedarf eine Führungskraft abgestellt.

Zur Übernahme der entsprechenden Funktion werden folgende Ausbildungen benötigt:

Führer Bereitstellungsraum 

  • Gruppenführer (besser Zugführer)
  • Mindestens Rettungshelfer
  • Zusatzausbildung Bereitstellungsraum
  • Sprechfunkerausbildung
Qualifikation der Mitglieder

Qualifikation der Mitglieder

Zur Übernahme der einzelnen Führungsfunktionen bauen die Malteser auf eine breite Aus- und Fortbildung der Mitglieder der Führungsunterstützungsgruppe. Unerlässlich ist eine rettungsdienstliche Qualifikation (mindestens Rettungshelfer). Nur so kann gewährleistet werden, dass die Mitglieder der Führungsunterstützungsgruppe auch sicher mit medizinischen Begriffen arbeiten und kommunizieren können. Die Führungsunterstützungsgruppe umfasst insgesamt 23 Mitglieder (15 Notfallsanitäter/ Rettungsassistenten, sechs Rettungssanitäter, ein Rettungshelfer, ein Sanitätshelfer).

Daüber hinaus ist eine Führungsausbildung notwendig die von den Malteser Bildungszenten angeboten wird.

Der Ausbildungsstand der Euskirchener Führungskräfte umfasst:

  • fünf Verbandführer , davon fünf mit einer Ausbildung zum OrgL und Besuch des AKNZ-Seminars „Ärztliche und rettungsdienstliche Führungskräfte beim MANV I“
  • sechs Zugführer, davon drei mit einer Ausbildung zum OrgL und Besuch des AKNZ-Seminars „Ärztliche und rettungsdienstliche Führungskräfte beim MANV I“
  • sechs Gruppenführer
Das Führungsfahrzeug / ELW 1 Rettungsdienst

Das Führungsfahrzeug / ELW 1 Rettungsdienst

Seit 2005 wird der ELW 1 (Sprinter 313) als Führungsmittel für OrgL und LNA kreisweit eingesetzt. Im vorderen Bereich sind zwei Kommunikationsarbeitsplätze mit vier Funkgeräten (Tetra MRT), vier Digitalfunk Hantfunkgeräte sowie einer Telefonanlage eingerichtet. Zur Bedienung lassen sich die beiden vorderen Sitze gegen die Fahrtrichtung drehen.

Im mittleren Bereich befindet sich ein Besprechungstisch mit vier Arbeitsplätzen, davon 1 PC-Arbeitsplatz (internetfähiger Rechner) mit Farblaserfaxgerät. Hier wird an der seitlich angebrachten Lagewand die Lage im Einsatzabschnitt aufbereitet und dargestellt. Weiterhin sind hier die Kennzeichnungswesten und ein Koffer mit Materialien für die Transportorganisation und den Bereitstellungsraum verlastet.

Im Heck befindet sich ein Stromerzeuger, die Ausrüstung für den Rettungsmittelhalteplatz und eine Notfalltasche.

 

 

Einsätze

Einsätze

In den vergangen Jahren wurde die Führungsunterstützungsgruppe im Rahmen des Weltjugendtages, der FiFA-Fußball WM 2006, beim Papstbesuch in Bayern, bei der Loveparade in Dortmund (im Rahmen des Einsatzes der Behandlungsplatz-Bereitschaft) und bei Einsätzen und Übungen im Kreis Euskirchen eingesetzt.

Einsätze 2012

04.02.2012 MANV I Brandgeruch Marienhospital Euskirchen

08.02.2012 MANV III Feuer Kreiskrankenhaus Mechernich

16.02.2012 MANV I Reizgaseinsatz bei Karnevalsveranstaltung in Blankenheim

13.10.2012 MANV II Busbrand BAB 1 Höhe Nettersheim

16.11.2012 MANV II PKW in suizidaler Absicht in Reisebus in Euskirchen

Einsätze 2014

03.01.2014 Explosion Luftmine in Euskirchen

Einsätze 2019

14.11.2019 Brand Altenheim Kahlenberg

15.11.2019 Brand Altenheim Kahlenberg

16.11.2019 Verkehrsunfall BAB 1

Einsätze 2020

12.01.2020 PTZ 10 Bombenevakuierung Dortmund

23.01.2020 PTZ 10 Bombenevakuierung Köln

06.04.2020 MANV I Asylbewerberunterkunft Schleiden-Vogelsang

Einsätze 2021

29.01.2021 MANV I + ELW I Brand einer Asylbewerberunterkunft Schleiden-Vogelsang

Vordrucke und Formulare

Für die Arbeit im Einsatzabschnitt medizinische Rettung im Kreis Euskirchen werden eine Reihe von Vordrucken und Checklisten verwendet. Teilweise befinden sich neue Versionen in der Erprobungsphase bei den (Simulations-)Übungen im Kreis Euskirchen und an der AKNZ in Ahrweiler.

Führer einer Patientenablage

Checkliste ersteintreffende Führungskraft (Version 3.0, Verwendung MHD intern)

Einsatzorganigramm Patientenablage (Version 1.0 Dezember 201, in Erprobung)

Übersicht Patienten und Einsatzkräfte (Version 3.0 Dezember in Erprobung, Version 2.0 durch den Kreis Euskirchen eingeführt)

Übersicht Patienten mit Transportpriorität (Version 4.1 Mai 2013, Version 4.1 in Erprobung, Version 3.0 durch den Kreis Euskirchen eingeführt)